Vom Telefon zum Smartphone – 150 Jahre Telekommunikation

Schon im 17. Jahrhundert gab es Vordenker, die Sprache über längere Entfernungen übertragen wollten. Doch es sollten noch 200 Jahre vergehen, bis das Telefon erfunden wurde. Bis dahin wurde Sprache schriftlich oder mündlich von Angesicht zu Angesicht übertragen.

Die Erfindung des Telefons

Heute vor etwas über 150 Jahren wurde dann von Das erste TelefonPhilipp Reiss der Begriff Telefon geprägt, auch wenn seine ersten Modelle noch nichts mit dem Telefon zu tun hatte wie wir es heute kennen.

Im Oktober 1861 präsenterte er im Rahmen des Vortrags: „Über die Fortpflanzung von Tönen auf beliebige Entfernungen durch Vermittlung des galvanischen Stroms“ sein „Telefon“ bei der physikalischen Gesellschaft in Frankfurt. In einer anderen Vorstellung des Geräts fiel dann der Satz der Geschichte machte: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ sprach Reiss in sein Telefon.

Doch es war die Arbeit weiterer Entwickler und Tüftler nötig, um die Funktionsfähigkeit des Telefons zu verbessern und es alltagstauglich zu machen.

Die Verbreitung des Telefons

Hier klicken und eine Vielzahl weitere Fotos aus dem BT Digital Archiv sehen!Im Oktober 1877 wurde das erste (richtige) Telefongespräch in Deutschland geführt. Es war ein Ortsgespräch, zwischen dem Berliner Generalpostamt und dem Generaltelegrafenamt in Berlin.

Doch wie so häufig braucht eine neue Erfindung etwas Zeit, bis sie im Massenmarkt ankommt. Und so sollten noch einige Jahre vergehen, bis das Telefon salonfähig war.

Mit der Einführung des Telefons entstand zudem ein neues Berufsbild: Das Fräulein vom Amt, da anfänglich die Gespräche von Hand vermittelt wurden. 1881 erschien in Berlin das erste deutsche Telefonbuch, mit weniger als 100 Personen. Die Berliner nannten dieses Buch auch „Buch der Narren“.

Doch im Laufe der Zeit setze sich das Telefon weltweit durch. 1897 gab es in 529 deutschen Kommunen Fernsprechnetze mit in Summe 144.000 Telefonanschlüssen. Die Handvermittlung mußte der automatischen Vermittlung weichen. Im Jahr 1910 hatte Deutschland eine Millionen Telefonanschlüsse. Zu jener Zeit zahlte man eine jährliche Grundgebühr von 60 Reichsmark (heute etwa 360 €) und je Gespräch 5 Pfennig (etwa 30 Cent) mindestens aber 20 Reichsmark (= 120 €) im Jahr.

Mobil telefonieren – Ein Traum wird wahr

Bereits 1926 wurde mobil kommuniziert, zumindest in Zügen der Deutschen Reichsbahn, auf der Strecke Hamburg-Berlin. War dies auch kein Handy so war der Gedanke durchaus präsent, wie man in einem Kinderbuch von Erich Kästner bereits 1931 lesen konnte:

Ein Herr trat plötzlich aufs Pflaster, zog einen Telefonhörer aus der Manteltasche und rief: „Gertrud, hör mal, ich komme heute eine Stunde später zum Mittagessen. Ich will vorher noch ins Laboratorium. Wiedersehen, Schatz!“

Die Entwicklung der Mobilfunknetze in DeutschlandDie ersten Mobiltelefone, damals auch Autotelefone genannt, gab es in Deutschland anfang der 60er Jahre mit dem A-Netz. Es folgten B-, C-, D- und E-Netz. Die beiden Anbieter im D-Netz waren zum einen die Telekom (D1) und Mannesmann D2 (heuteVodafone). Im E-Netz folgten eplus und o2. 1999 erwarben die  D-Netz Betreiber auch E-Netz Frequenzen zur besseren Netzabedeckung, ebenso wie eplus und o2 2006 frei gewordene Frequenzen im D-Netz Spektrum erhielten.

Interessieren Sie sich noch intensiver für die Geschichte der Telekommunikation? Dann lohnt sich ein Besuch in einem der Museen für Post und Telekommunikation.

Das Handy wurde durch den zunehmenden Wettbewerb bei den vier Netzbetreibern und einer Vielzahl Discounter und Reseller aufgrund des Preisverfalls bei Geräten und Tarifen zum allgegenwärtigen Begleiter.

Die Entwicklung der Mobiltelefone

Die Entwicklung der MobiltelefoneWaren die Vorläufer des Handys, die Autotelefone, häufig mehr als 16 kg schwer und fanden nur im Kofferaum des Wagens Platz, hatte das erste Handy, das Motorola DynaTAC 8000X „nur noch“ die Breite eines A4 Blatts und war 800 Gramm schwer.

Die Handys wurden im Laufe der Zeit immer kleiner und ein ehemaliger Hersteller von Gummistiefeln wurde zur weltweiten Nummer 1 der Handyhersteller: Nokia.

Die etablierten Handyhersteller, darunter Nokia entwickelten mit symbian auch das erste Smartphone Betriebssystem. Allerdings waren es Apple, Google und eine Vielzahl Hersteller von Android Handys, die Smartphones erst zum Statussymbol machten.

Aufgrund der zunehmenden Nutzung als Taschencomputer nimmt die Größe der Smartphones wegen eines möglichst großen Bildschirms wieder zu.

Da diese Smartphones oft bereits mehr können als der Computer, den man noch vor 10 Jahren hatte ist nur die Eingabe und Bildschirmdiagonale das begrenzende Element. Daher arbeiten verschiedenen Hersteller an ergänzenden Ein- und Ausgabemedien, wie z.B. Smartwatches oder Google Glasses.

SMS – Die Killerapplikation

Bereits 1984 gab es erste Überlegungen für einen Textnachrichtendienst auf dem Handy. Im Folgejahr legte man die Länge von max. 160 Zeichen für eine SMS fest, da Untersuchungen ergeben hatten, dass Postkarten und Telexe in der Regel weniger als 160 Zeichen enthielten. Doch erst im Dezember 1992 wurde die erste SMS verschickt. Sie lautete „Merry Christmas“.

Seit 1995 werden SMS Dienste auch in Deutschland angeboten und Sie wurden schnell eine der meistgenutzten Applikationen auf dem Handy. Damit einhergehend wurde das Wort „Simsen“ für „SMS versenden“ in den deutschen Sprachgebrauch aufgenommen und ist heute auch im Duden zu finden.

Dass die SMS ein Erfolg wurde belegen allein die in Deutschland versendeten 58 Mrd. SMS im Jahr 2012. Und dies nicht nur von der Nutzerseite her, sondern auch kommerziell. Für eine SMS bedarf es nur wenig zusätzlicher Infrastruktur, daher wurden SMS anfänglich durch die Netzbetreiber kostenlos angeboten. Als man aber das Potential erkannte wurde auch die SMS tarifiert. So zahlt man heute in den meisten Tarifen zwischen 9 und 29 Cent je SMS, wenn man keine SMS Flat hat. Wir können ja jetzt mal rechnen: 58.000.000.000 x 0,09 € = …

Das mobile Internet

Ein Trend der mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets einhergeht und vor ein paar Jahren noch nicht absehbar war, ist die ständig steigende mobile Datennutzung aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Smartphones. Gab es zu Anfang noch ungedrosselte Datenflats, sind mittlerweile alle auf dem deutschen Markt verfügbaren Datenflats mit einer Drosselung versehen, ab der die maximal verfügbare Geschwindigkeit bei Erreichen des vertraglich vereinbarten monatlichen Datenvolumens auf ein Minimum (meist 56 kb/s) gedrosselt wird.

Um das mobile Internet anbieten zu können haben alle 4 Netzbetreiber in Deutschland in den Mobilfunkstandard UMTS investiert. LTE, der Nachfolgestandard der mobiles Internet, mit bis zu 100 MB/s wurde bisher am stärksten von Telekom und Vodafone in Deutschland ausgebaut. O2 ist in den ersten Regionen verfügbar. Eplus plant den LTE Start voraussichtlich im Laufe dieses Jahres.

Die günstigste Allnet FlatAktuelle Trends – die Allnet Flat und Messenger

Neben dem Trend zu mobilen Internet gab es im letzten Jahr auch eine Entwicklung hin zur Allnet Flat. Zwar gibt es solche Tarife, die alle Inlandstelefonate beinhalten bereits seit 2007, allerdings ist der Preis erst 2012 bei den ersten Anbietern auf unter 20 € monatlich gefallen. Mittlerweile enthalten die meisten Allnet Flats für diesen Preis auch eine Datenflat mit 500 MB. Mit der sich abzeichnenden Konsolidierung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt scheint aber auch die untere Preisspanne erreicht.

Gleichzeitig wird die SMS zunehmend durch Messenger Dienste wie WhatsApp verdrängt. So hat WhatsApp mittlerweile weltweit über 450 Mio. Nutzer.

Ausblick

Für die kommenden Jahre gehen wir davon aus, dass die Zahl der Endgeräte die das mobile Internet nutzen weiter zunimmt. Zum Smartphone, Tablet, etc. gesellen sich dann wahrscheinlich auch Kühlschränke, Kaffeemaschine und PKW. Inwiefern die Geräte dann mit uns Menschen oder untereinander kommunizieren wird sich zeigen. Ein Beispiel gefällig: Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker, daraufhin geht die Kaffemaschine von selbst an und im Auto wird im Winter mit entsprechendem Zeitverzug die Standheizung aktiviert. Folge dessen: Die Datenleitungen werden noch mehr beansprucht als bereits heute, was eine weitere technologische Entwicklung des Internetzugangs und einen beständigen Ausbau der Netze erforderlich macht.

Die Leistungsfähigkeit beispielsweise der Smartphones wird weiter zunehmen, aber erst mit neuartigen Ein- und Ausgabemedien verdrängen Sie klassische Endgeräte, wie PC, Laptop und Tablet.

Die wichtigsten Meilensteine der mobilen Kommunikation sehen sie auch nochmal in folgendem Video.

Weitere Informationen rund um den Mobilfunk finden Sie beim Informationszentrum Mobilfunk.

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